Architectura Militaris - Europäisches Kulturerbe

 

Zu allen Zeiten eroberten und unterwarfen Herrscher fremde Gebiete. Die Besatzer und auch die Bedrohten indes schufen sich Verteidigungsanlagen, die sie angesichts ständig verbesserter Waffentechnik immer mächtiger und immer raffinierter ausbauten.

Die Festungsbaukunst entwickelte sich zur Verteidigung und zum Schutz für Menschen und ihren Lebensraum, für ihre Güter, für die lokale Infrastruktur und später für ganze Landschaften.

 

 "Architectura Militaris" - bezeichnet diese besondere Baukunst, die ein außergewöhnliches Kulturerbe aus mehreren Jahrtausenden europäischer Geschichte hinterlassen hat. Erfahren Sie mehr über eine spannende, wenig bekannte Bauwerkskategorie und ihre vielfältigen architektonischen Besonderheiten. Sie ist Zeitzeuge der bewegten und dramatischen Auseinandersetzungen zwischen Herrschaftshäusern, Dynastien und Imperien bis in die jüngere Vergangenheit Europas.

 

Kulturerbe Festungsmonumente

Viele großartige Monumente der Architectura Militaris gehören heute zum UNESCO- Weltkulturerbe, wie die Hohensalzburg in Österreich, die Festungsanlagen der Kulturstadt Verona in Italien, die Zitadelle von Besancon in Frankreich, die Festungsmonumente von Budapest in Ungarn oder die Befestigungsanlagen der Hauptstadt Luxembourgs.

 

Das Kulturerbe Festungsmonumente umfaßt unterschiedlichste Bauwerke vieler Epochen. Dazu zählen idyllische Wasserfestungen genauso wie trutzige Bergfestungen, Küstenfestungen, Stadtbefestigungen, kilometerlange Befestigungslinien wie die Chinesische Mauer oder auch Bunkeranlagen des Kalten Krieges.

 

Besondere Phänomene sind Schlösser, Burgen, Basiliken, Kathedralen und Kirchen, die sichtbare oder versteckte Elemente des Festungsbaus aufweisen, um Angreifer abzuwehren. Jedermann weiß, wo Martin Luther seine 95 Reformthesen aushing. Dass die Schlosskirche zu Wittenberg (Deutschland) Bestandteil einer kompletten Stadtbefestigung ist, ist nahezu unbekannt.

 

Schloss Eichstätt (Deutschland) und das prachtvolle Schloss Fürstenstein (Ksiaz bei Walbrzych, Polen) werden von Festungsmauern getragen. Das Polnische Nationaldenkmal Czestochowa in Jasna Gora ist mit den starken Festungsanlagen einer Zitadelle umrahmt. Hoch über der Donau thronen das berühmte Stift Göttweig (Österreich) und die Basilika von Esztergom (Ungarn) mit sichtbaren Bastionen.

 

Auch die jüngere Geschichte des Befestigungsbaus muss inzwischen als Kulturerbe eingestuft werden, ohne die Ursachen für den Festungsbau - imperiale Politik und Aggressionskriege - zu ignorieren. Die Ereignisse des 20. Jahrhunderts, der Erste und Zweite Weltkrieg, danach der Kalte Krieg und das Atomzeitalter, führten zu völlig neuen Konzeptionen der Befestigungsarchitektur.

 

Forte Cultura – Kulturroute entlang des Kulturerbes Festungsmonumente

 

Monumentale Befestigungen erleben, eintauchen in Geschichte und Geschichten, Architektur und Natur, entdecken der vielfältigen Formen historischen Lebens und moderner Nutzungen - Forte Cultura eröffnet einen neuen Blick auf teilweise Altbekanntes und erschließt spannende Details.

 

Viele kunstvolle Festungsmonumente liegen strategisch an Küsten und entlang der gro-ßen europäischen Flüsse. Sie überraschen mit grandiosen Ausblicken und wundervollen Details. So finden sich in frühen Festungsbauwerken Merkmale des Barock, später prägte den Festungsbau insbesondere die Renaissance.

 

Den Mittelpunkt der Kulturroute Forte Cultura bilden derzeit die Festungsmonumente ab der sogenannten Neuzeit Ende des 15. Jahrhunderts in Zentraleuropa. Die Architektur der Bastionen folgte den Anforderungen der aufkommenden Pulverwaffen und verbreitete sich vor allem im 17. und 18. Jahrhundert über ganz Europa, mit den Kolonialmächten dann auch weltweit.